UNSERE SCHWERPUNKTE IN DEN BILDUNGSBEREICHEN

Damit ganzheitliches und verknüpfendes Lernen ermöglicht wird, orientieren sich die Angebote in den verschiedenen Bildungsbereichen immer an unseren Jahresthemen.
Wir orientieren uns an der Entwicklung der Kinder und an ihren Interessen. Wir verstehen Bildung als einen Begriff, der die ganze kindliche Persönlichkeit meint.

 

 

ÄSTHETISCHE BILDUNG

Im Sinne der Herkunft des Wortes Ästhetik aus dem Griechischen (griech. aísthesis: sinnliche Wahrnehmung) zielt die ästhetische Bildung auf die Bildung der reflexiven Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit in allen Lebensbereichen. Ästhetische Bildung versteht Bildung nicht in erster Linie als Wissensaneignung, bei der das Denken der Wahrnehmung übergeordnet ist, sondern als Ergebnis sinnlicher Erfahrungen, die selber Quelle von Wissen und Erkenntnis sein können.
Quelle: Wikipedia und Friedrich Schiller

So ordnen wir die vier folgenden Bildungsbereiche dem Begriff „Ästhetische Bildung“ zu:

  • Sinneserfahrungen
  • Sprache und Sprachgebrauch
  • Musik
  • Malen und kreatives, freies Gestalten, verschiedene Techniken


Sinneserfahrungen
Das Wissen, dass gerade die ganz Kleinen nur über Sinneserfahrungen lernen können, muss unserer pädagogischen Arbeit zu Grunde liegen.
Es liegt in der Verantwortung der Erzieherin, dass Kindern in unseren Einrichtungen die Gelegenheit gegeben wird, vielseitige, angenehme und schöne Sinneserfahrungen zu sammeln, um die Welt als einen guten und positiven Ort zu erfahren.
So ist die Berührung, die bei pflegerischen Handlungen zum Alltag gehört, eine wichtige Sinneserfahrung.
Die Form und Beschaffenheit der Gegenstände, nach denen Kinder greifen, führen sie über die Berührung zum Begreifen ihrer Umgebung und im weiteren Sinne zum Begreifen der Welt.
Selbstverständlich zieht sich die sinnliche Wahrnehmung durch alle Bildungsbereiche, soll jedoch hier wegen ihrer Relevanz besonders im Kleinkindalter explizit erwähnt werden.
„Nichts ist im Geist, was nicht zuvor in den Sinnen war.“  (Maria Montessori)

Sprache und Sprachgebrauch
Dass die Sprache der Kinder auf Augenhöhe von den Erzieherinnen wahrgenommen und „beantwortet“ wird, ist die Grundvoraussetzung für den Spracherwerb. Ein Kleinkind, das seine ersten Laute artikuliert, braucht den antwortenden Augenkontakt und die antwortende Sprache einer Bezugsperson, die zu weiteren Lautäußerungen ermutigt.
Den Alltag mit all seinen Handlungen sprachlich zu begleiten, ist eine wichtige Aufgabe der Erzieherinnen. Besonders wichtig ist die sprachliche Begleitung bei Handlungen am Kind wie An- und Ausziehen und bei allen pflegerischen Aufgaben. Wichtig für die Entwicklung der Sprache ist, dass die Kindertagesstätte für jedes Kind ein Ort der Geborgenheit ist und es überhaupt Lust bekommt zu sprechen, weil es wahrgenommen und gehört wird.
Im Alltag brauchen die Kinder ein gutes Sprachvorbild. Das bedeutet, dass die Umgangssprache grammatikalisch richtig eingesetzt wird und dass genügend Zeit ist zu erzählen und verbale Kommunikation zu „üben“.
Die Entwicklung der Sprache soll letztendlich dazu dienen, die Kinder zu befähigen ihre Befindlichkeiten, ihre Bedürfnisse, ihre Gedanken und ihre Gefühle sprachlich auszudrücken, um sich in einer sprachlich verständigenden Gemeinschaft zu positionieren. Sprache bedeutet auch Bindung zu den Bezugspersonen, deshalb ist es wichtig, mit den gleichen Bezugspersonen immer auch in der gleichen Sprache zu sprechen.

Musikalische Bildung
Melodie, Rhythmus, Tempo, Harmonie in vielfältiger Weise zu erfahren, sie mit Tanz, Bewegung und mit Lebensfreude zu verbinden - das sind die Anliegen unserer musikalischen Tätigkeiten. Am Anfang steht das Singen, das oft rhythmisch begleitet wird durch Klatschen, Stampfen, Tanzen.
Dazu kommen der Einsatz von elementaren Instrumenten aus dem Orff-Instrumentarium, Lauschen und Horchen, Klangqualitäten unterscheiden und die Erfahrung der musizierenden Gemeinschaft.
Unser oberstes Ziel ist es, bei den Kindern von 0 - 6 Jahren Freude und Faszination an der Musik zu wecken. Bereits im Mutterleib können die Kinder Töne hören, die das Wohlbefinden beeinflussen. Gerade die ersten musikalischen Erfahrungen als Säugling und Kleinkind sind prägend für die Entwicklung des Kindes und dessen weiteres Leben. Kleinkinder erleben die Musik als Einheit.
Musik ist ideal für Kinder, sich mitzuteilen, Gefühle und Gedanken zu äußern und emotionale Befindlichkeiten zu verarbeiten. Sie regt Fantasie und Kreativität an und unterstützt eigene Ideen und deren Umsetzung.
Gemeinsames Singen und Musizieren stärken die soziale und emotionale Kompetenz. Die Kinder lernen einander zuzuhören, aufeinander zu reagieren und Regeln und Vereinbarungen einzuhalten.

Malen und kreatives Gestalten
Darunter verstehen wir im weiteren Sinne, die Lust am Tun zu fördern, sinnliche Erfahrungen zu machen, damit eigene Gedanken und innere Bilder sichtbar gemacht werden können.
Für die Arbeit mit den kleineren Kindern gilt es besonders darauf zu achten, dass der „Weg“ wichtiger ist als das „Produkt“ und dass stets ihre Lust am Tun wahrgenommen und wertgeschätzt wird.

  • Die Kinder bekommen viele verschiedene Möglichkeiten zum Hantieren und Experimentieren mit kreativen Materialien
  • Sie dürfen ihrer Fantasie freien Lauf lassen
  • Sie lernen verschiedene kreative Techniken kennen


In unseren Einrichtungen wird nicht mit Schablonen gearbeitet, sondern das „eigene Werk kreiert“ - das wichtigste ist die Freude am Tun und am entstehenden eigenen „Werk“.
Die Ergebnisse der Werke der Kinder werden nicht gewertet. Die ausreichende Zeit im Tagesablauf einzuplanen, ist eine wichtige Aufgabe der Erzieherinnen.
Eine sehr gute Quelle für Ideen, Methoden und Grundwissen ist das Buch „Kinderatelier“ von Rudolf Seitz.

MATHEMATIK

Mathematische Förderung / Naturwissenschaften / Logisches Denken

  • Vorschule - Mathematischer Teil
  • Didaktisches Material
  • Experimentieren und messen
  • Staunen und Kinderphilosophie


Mathematik

  • Die Kinder lernen zählen, Mengen erkennen und zuordnen (Montessori Bausteine, Würfel).
  • Sie lernen Formen erkennen, auch die Geometrie in der Natur oder an Bauwerken und in Räumen.
  • Umgang mit entwicklungsentsprechendem didaktischen Material wie:
  • Perlen
  • Sechsecken und Trapezen
  • Puzzeln
  • Steckbretter in unterschiedlichen Größen
  • Legetäfelchen
  • Schüttspiele mit unterschiedlichen Materialien erfordert Konzentration, Geschick und Ausdauer.


Wir legen Wert darauf, die Kinder in ihrer Motivation Spiele zu Ende zu führen, zu unterstützen. Selbstverständlich werden Tätigkeiten auch von den Erwachsenen  begleitet. So gehören das Erkennen und Benennen von Farben, wie auch der Umgang und das Spiel mit geometrischen Formen zum Alltag. Dass die Umgebung anregend genug gestaltet und die entsprechende Exploration erlaubt, um die kindliche Neugierde zu befriedigen, ist selbstverständlich.

 

UMWELT

Umwelterziehung und Umweltbewusstsein

  • Ausflüge
  • Erkundungs- und Spaziergänge
  • Exkursionen, Museums- und Theaterbesuche


Ausflüge
Ausflüge finden in unterschiedlichen Gruppierungen statt:

  • Mit der ganzen Gruppe
  • Mit den zukünftigen Schul- oder Kindergartenkindern
  • Mit einer Projektgruppe

NATURPÄDAGOGIK

  • Waldtage
  • Waldwoche


Der Aufenthalt in der freien Natur und speziell im Wald fördert zum einen das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele, Denken, Fühlen und Handeln, zum anderen machen Kinder im Wald vollkommen andere Erfahrungen als in ihrem normalen Alltag.
Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt und mit den natürlichen Ressourcen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Aus diesem Grund ist es wichtig, bereits im Elementarbereich das Verständnis für den Kreislauf der Natur und für einfache naturwissenschaftliche Phänomene zu entwickeln. Durch allmähliches Kennenlernen der heimischen Natur und der von den Jahreszeit abhängigen unterschiedlichen Wetterbedingungen, sowie vor allem durch den Aufenthalt der Kinder in der freien Natur wird der Grundstein für ganzheitliches Lernen im Sinne Pestalozzis gelegt: Herz - Kopf - Hand.
Je früher damit begonnen wird, desto mehr verankert sich diese Bewusstsein im Gehirn. Deshalb nehmen auch schon die Kleinsten an unseren Naturprojekten teil.

 

SPORT & BEWEGUNG

Bewegungslandschaften
Bewegungslandschaften bieten besonders Kleinkindern Bewegungsraum und Bewegungsanregungen, selbst und in ihrem eigenen Tempo motorisch tätig zu werden.
Sich bewegen zu können und durch die aus eigener Kraft stattfindende Bewegung ein Ziel zu erreichen, löst bei allen Kindern ein Erfolgsgefühl aus und das führt zu dem entsprechenden Selbstvertrauen. Die Erfahrung „selbst etwas zu bewirken“ fördert die Entwicklung einer starken Persönlichkeit.
Jede neu erlernte Bewegung trainiert nicht nur die Muskulatur, sondern sie bildet sich auch im Gehirn ab und erweitert so den Horizont.

Bewegungsbaustellen
Bewegungsbaustellen werden von den Kindern selbst gestaltet. Die Erzieherin stellt ihnen Matten, Bretter, Reifen oder Bälle zu Verfügung - der Fantasie kann freien Lauf gelassen werden - und die Kinder bauen sich selber ihre Bewegungsbaustelle auf.
Bewegungslandschaften und Bewegungsbaustellen können drinnen und draußen aufgebaut werden.
Sie können ein fester Bestandteil im Tagesablauf sein und auch spontan entstehen.
Ein wichtiges Ziel ist, dass Kinder die Möglichkeit bekommen, ihre Körperkoordination zu schulen, das ist die beste Unfallprävention.

Sport
Neben Aufenthalten im Garten oder auf den jeweiligen Außenspielflächen, Spaziergängen und der ganz normalen Befriedigung des kindlichen Bewegungsdranges im Alltag, hat jedes Kind ein bis zweimal in der Woche Sport, je nach Alter 30 oder 60 Minuten.
Die Vorschulkinder haben einmal in der Woche Mannschaftssport.
Lernziele sind:

  • Förderung der Grobmotorik
  • der körperlichen Beweglichkeit, der Körperkoordination
  • Kräftigung, Reaktionsfähigkeit, Konzentrationsfähigkeit
  • Disziplin
  • Sozialverhalten / Rücksichtnahme
  • Abbau von Hemmungen durch Freude an der Bewegung

GESUNDHEITSFÖRDERUNG

Ernährung

  • Frühstück, Mittagessen und Brotzeit werden täglich frisch in unserem Hause zubereitet.
  • Die drei Mahlzeiten - Frühstück, Mittagessen und Brotzeit - sind aufeinander abgestimmt.
  • Sie bilden einen festen Bestandteil im Tagesablauf.
  • Das miteinander Essen ist ein wichtiges Erlebnis von Gemeinschaft.
  • Die Kinder lernen vielfältige Lebensmittel und verschiedene Arten der Zubereitung kennen, auch aus ihnen fremden Kulturen.
  • Das fördert die sensorische Entwicklung, prägt das Essverhalten und macht das Essen zum Erlebnis.
  • Die Kinder lernen Tischgemeinschaft und Tischkultur kennen und bestimmen selbst, was und wie viel sie essen wollen.
  • Unser, in allen Einrichtungen frisch gekochtes Essen, trägt wesentlich zum gesunden Aufwachsen bei, auch weil die Kinder erleben was Kochen bedeutet und wissen wer für sie kocht.


Hauswirtschaftliche pädagogische Angebote
Erzieherinnen und Hauswirtschafterinnen führen diese Angebote durch, so überschneidet sich der hauswirtschaftliche Bereich mit dem pädagogischen und die Kinder erleben die Hauswirtschaft als wichtigen Teil ihrer Kindertagesstätte.
Sie erwerben handwerkliches Geschick durch hauswirtschaftliche Tätigkeiten und durch den direkten Umgang mit den Lebensmitteln auch die entsprechende Wertschätzung.
Die Lebensmittelindustrie konfrontiert uns mit vielen fertigen und vorgefertigten Nahrungsmitteln, so dass es uns sehr wichtig ist, dass die Kinder selbst Speisen zubereiten, damit Handlungsabläufe und Sinnzusammenhänge von Anfang an sichtbar gemacht werden.
Auch die Herkunft der Lebensmittel zu kennen, ist Teil unserer Bildungsarbeit.
Besonders im Bereich der hauswirtschaftlichen Tätigkeiten können diese Zusammenhänge und einander bedingende Abläufe für die Kinder deutlich und durchschaubar gemacht werden.

 

Ende

 


 

 

Bildungsbereiche


„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“
(Schiller)
So verstehen wir unsere Bildungsarbeit als ein gemeinsames Tätig werden und Lernen.


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